Der Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus ist für viele Patienten und Angehörige ein Grund zur Freude – wirft oft aber auch schlagartig Fragen auf. Wer kocht? Wer hilft beim Aufstehen? Und wie wird die medizinische Versorgung zu Hause sichergestellt? Eine strukturierte Betreuung nach dem Krankenhausaufenthalt ist entscheidend, um den Genesungsprozess optimal zu unterstützen und einen Rückfall zu vermeiden.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie der Übergang vom Krankenbett zurück in die eigenen vier Wände reibungslos gelingt und welche Unterstützung Ihnen zusteht.
Das Entlassmanagement: Der erste Schritt noch im Krankenhaus
Seit einigen Jahren sind Krankenhäuser gesetzlich dazu verpflichtet, ein sogenanntes Entlassmanagement anzubieten. Das Ziel: Die Anschlussversorgung lückenlos zu organisieren.
Bereits während des Klinikaufenthalts sollten Sie oder Ihre Angehörigen den Sozialdienst des Krankenhauses kontaktieren. Dieser hilft bei:
- Der Beantragung eines (Eil-)Pflegegrades
- Der Organisation von Hilfsmitteln (z. B. Rollator, Pflegebett)
- Der Ausstellung von Rezepten für Medikamente oder Verbandsmaterial, die die ersten Tage überbrücken
Wichtig zu wissen: Das Entlassmanagement darf nur mit Ihrer schriftlichen Einwilligung aktiv werden. Nutzen Sie diesen Service unbedingt, um bürokratische Hürden nach der Entlassung zu minimieren.
Checkliste: Gut vorbereitet für die häusliche Pflege
Damit beim Einzug in das gewohnte Umfeld keine Panik ausbricht, hilft eine kurze Vorbereitung. Gehen Sie folgende Punkte idealerweise zwei bis drei Tage vor der Entlassung durch:
- Medikamente gesichert? Liegt ein aktueller Medikationsplan vor? Sind alle Mittel für die ersten Tage zu Hause vorrätig?
- Hilfsmittel geliefert? Sind Pflegebett, Toilettenstuhl oder Haltegriffe bereits geliefert und montiert?
- Kühlschrank gefüllt? Gibt es frische Lebensmittel oder vorgekochtes Essen für die ersten Tage?
- Arzttermine vereinbart? Ist der Hausarzt informiert und wurde ein zeitnaher Termin zur Nachsorge vereinbart?
- Transport organisiert? Wer holt den Patienten ab? Wird ein medizinischer Krankentransport benötigt?
Welche Möglichkeiten der Betreuung nach dem Krankenhaus gibt es?
Je nach Gesundheitszustand und Pflegebedürftigkeit gibt es verschiedene Modelle, um die häusliche Pflege nach dem Krankenhaus zu gestalten:
Kurzzeitpflege oder Übergangspflege
Wenn die Pflege zu Hause vorübergehend noch nicht möglich ist, kommt die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung infrage. Reicht dies nicht aus oder liegt kein Pflegegrad vor, kann die Krankenkasse eine sogenannte Übergangspflege (nach § 39e SGB V) im Krankenhaus finanzieren.
Ambulanter Pflegedienst
Für die rein medizinische Behandlungspflege (z. B. Verbandswechsel, Spritzen) oder punktuelle Unterstützung bei der Körperpflege ist ein ambulanter Pflegedienst die richtige Wahl. Er kommt meist ein- bis mehrmals täglich für eine bestimmte Zeit vorbei.
Die 24-Stunden-Pflege zu Hause: Rundum abgesichert
Nach einem schweren Eingriff, bei fortgeschrittener Demenz oder plötzlicher starker Mobilitätseinschränkung reicht ein ambulanter Dienst oft nicht aus. Hier bietet eine 24-Stunden-Pflegekraft die ideale Lösung.
Eine Betreuungskraft wohnt mit im Haushalt und sorgt für:
- Sicherheit im Alltag: Hilfe beim Aufstehen, Ankleiden und Toilettengang – auch in der Nacht.
- Haushaltsführung: Kochen, Einkaufen, Putzen und Wäschewaschen.
- Mobilisierung & Aktivierung: Begleitung bei Spaziergängen und Unterstützung bei den Übungen aus der Reha.
- Erhalt der Lebensqualität: Der Patient kann in seiner vertrauten Umgebung bleiben, was nachweislich die Genesung fördert.
Finanzierung: Wer zahlt die Betreuung nach dem Krankenhaus?
Die Kosten für die Nachsorge müssen Sie selten komplett allein tragen. Es gibt verschiedene gesetzliche Töpfe, die angezapft werden können:
| Leistung | Voraussetzung | Was wird übernommen? |
| Häusliche Krankenpflege | Ärztliche Verordnung | Medizinische Versorgung durch ambulante Dienste (Krankenkasse). |
| Pflegegeld / Pflegesachleistungen | Vorliegen eines Pflegegrades (1-5) | Monetäre Unterstützung oder Budget für Pflegedienste (Pflegekasse). |
| Verhinderungspflege | Mind. Pflegegrad 2 seit 6 Monaten | Budget zur Finanzierung von Ersatzpflege (z. B. einer 24h-Betreuung), wenn Hauptpflegeperson ausfällt. |
| Entlastungsbetrag | Ab Pflegegrad 1 | 125 € monatlich für Alltagsbegleitung oder Haushaltshilfe. |
Fazit: Keine Angst vor dem Tag der Entlassung
Der Übergang vom Krankenhaus nach Hause erfordert Organisation, ist mit den richtigen Partnern aber gut zu meistern. Wenn Sie feststellen, dass die Bewältigung des Alltags allein oder durch Angehörige dauerhaft nicht tragbar ist, schafft eine 24-Stunden-Pfreuung Erleichterung und bringt Stück für Stück Normalität zurück ins Leben.
Sie stehen kurz vor einer Krankenhausentlassung und suchen nach einer schnellen, liebevollen und professionellen Lösung für die Pflege zu Hause? Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung – wir finden gemeinsam die passende Unterstützung für Ihre Familie.